LEADER bewegt mit vier Projekten über 500.000 Euro


Zustimmung der LAG der LEADER-Region Börde trifft Ruhr für Initiativen in Ense, Welver, Werl und Wickede (Ruhr)

Vier Projektideen aus Ense, Welver, Werl und Wickede (Ruhr) gab jetzt die Lokale Aktionsgruppe (LAG), der Entscheidungskreis für die LEADER-Region „Börde trifft Ruhr“, grünes Licht.

Die Mitglieder der Lokalen Aktionsgruppe (LAG), die Wirtschaft und Vereinsleben, Sport, Kultur und Verwaltung aus den fünf Kommunen der LEADER-Region Börde trifft Ruhr vertreten, ließen sich Montagabend mehr als zwei Stunden im Rathaus Ense von den Ideengebern informieren. Diese stellten Vorhaben mit einem Gesamtvolumen von knapp 550.000 € vor. „Bei einem Fördersatz von 65 % stehen ihnen bei Bewilligung durch die Bezirksregierung Arnsberg damit 357.000 € Förderung aus LEADER-Mittel zur Verfügung, die von der Europäischen Union und vom Land NRW bereitgestellt werden“, erläutert als Vorsitzender des Entscheidungsgremiums Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (Wickede).

Zwei Projektideen mit jeweils mehr als 200.000 € Gesamtkosten stammen aus Werl: Der Verein Zukunft Hilbeck e.V. möchte die alte Schule Hilbeck zu einem Mehrgenerationen-Treffpunkt als „Raum für Generationen Hilbeck“ umgestalten. Damit strebt die Gemeinschaft an, das Vereinsleben zu beleben sowie eine Förderung des Engagements zu erreichen: „Unsere alte Schule erscheint uns bestens geeignet, auch neue Angebote für den sozialen Austausch und zur Vernetzung im Dorf zu erproben,“ so Karl-Wilhelm Westervoß, Vorsitzender des Vereins Zukunft Hilbeck e.V.. Die Gesamtkosten sind mit rd. 227.000 € kalkuliert. Bei angestrebter Bewilligung der Bezirksregierung würde das Projekt mit fast 148.000 € aus LEADER-Mitteln gefördert werden können.

Das zweite Projekt der Wallfahrtsstadt, die „Stadtquellen Werl“, ist in der Innenstadt angesiedelt. Hier plant die Interessengemeinschaft Historischer Stadtkern Werl einen attraktiven Treffpunkt für Jung und Alt zu errichten mit einer Wasserspielfläche als ebenerdigem, barrierefrei zugänglichem Fontänenfeld. Ergänzend dazu sind Stadt-Mobiliar zum Verweilen sowie Informationstafeln vorgesehen, die über die Bedeutung von Wasser und Salz in der Stadtgeschichte Auskunft geben. Damit soll die Stadthistorie lebendig und der Marktplatz als Erlebniswelt nachhaltig belebt werden. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 249.500 €. Eine LEADER-Förderung könnte sich auf ca. 162.000 € summieren.

Ebenfalls als „innovativ und förderwürdig“ schätzt das Entscheidungsgremium die Projektidee „Historischer Waschplatz Schwefe“ ein. Der Verein Dorfgemeinschaft Schwefe e.V. möchte einen Dorfplatz für die Bewohner und Besucher des Dorfes herrichten. Aus Überlieferungen ist bekannt, dass an der Straßenkreuzung Zum Vulting/Bachstraße bis in die 1970er Jahre die sogenannte „Wäsche“ existierte, wo sich seinerzeit die Frauen des Dorfes trafen, um gemeinsam im Amper Bach ihre Wäsche zu waschen. Dieser Ort soll mit seiner Geschichte neu erlebbar werden. Mit einem Zugang zum Wasser, mit Sitzgelegenheiten sowie einem Unterstand soll ein Treffpunkt für Jung und Alt entstehen. Der Verein ist zuversichtlich, damit „gut in Aufenthalt und Austausch sowie zur Stärkung des Miteinanders in Schwefe zu investieren. Zusätzlich bedeutet die Maßnahme eine ökologische Aufwertung, wenn der Bachlauf an dieser Stelle aufgeweitet und renaturiert wird,“ erläutert Ulrich Irmer, Ortsvorsteher Schwefe. Die Gesamtkosten betragen ca. 39.000 €, eine mögliche LEADER-Förderung ca. 25.000 €.

Die vierte Projektidee „Rollende Waldschule“ soll übergreifend in den Kommunen Ense, Welver, Werl und Wickede (Ruhr) zum Einsatz kommen. Die Hegeringe Ense, Welver und Werl planen die Anschaffung einer „Rollenden Waldschule“, d.h. einen Pkw-Anhänger, der sich über Klappen öffnen lässt, ausgestattet mit Exponaten heimischer Tier-Präparate, Info-Materialien und modernen Medien. Diese soll die Vielfalt der heimischen Flora und Fauna aufzeigen und Impulse setzen. Neugierde und Entdeckergeist, Kreativität, Phantasie und Empathie sollen so geweckt werden. Informationen und Lehrinhalte zum Lebensraum Wald sollen nicht durch einseitige Vorträge, sondern vielmehr durch Selbsttätigkeit der Nutzer sowie das aktive Fragen und Verstehen in der Praxis mit allen Sinnen vermittelt werden. Ehrenamtlich begleitet durch speziell geschulte Mitglieder der Hegeringe soll die „Rollende Waldschule“ bei Terminen in Kindergärten, Grund- und Förderschulen sowie Einrichtungen für ältere Menschen mit und ohne Handicap zum Einsatz kommen, aber auch bei Veranstaltungen, wie Stadtfesten und ähnlichem ein Forum für Interessierte bieten. Die Gesamtkosten belaufen sich auf ca. 33.500 €. Bei Bewilligung seitens der Bezirksregierung könnten sich die Hegeringe über ca. 21.800 € Fördermittel freuen.

Zum Abschluss der Sitzung lobte stellvertretend für alle LAG-Mitglieder der Vorsitzende, Bürgermeister Dr. Martin Michalzik (Wickede), das Engagement aller Projektträger. „Die Menschen in unserer Region stecken viel Herzblut in ihre Projektideen. LEADER kann einen großen Beitrag zur Umsetzung dieser Ideen leisten, Chancen bieten und Wege eröffnen. Mit den Fördergeldern wird ein erheblicher Teil der Projektkosten abgedeckt. Dennoch bleibt zum einen ein beachtlicher Eigenanteil durch Arbeit oder Geld zu stemmen; zum anderen sind der gedankliche und zeitliche Einsatz dabei nicht in Geld aufzuwiegen. Dieses große Engagement ist vorbildlich.“

Die beiden Regionalmanagerinnen, Carina Gramse und Christine Theiler-Hemmer, freuen sich über das zunehmende Interesse an LEADER in der Region und die zahlreichen Projektideen. „Wir stehen den Ideengebern und Projektträgern bei der Projektentwicklung und Antragstellung selbstverständlich mit Rat und Tat zur Seite“, so Christine Theiler-Hemmer.

Mit der heutigen Sitzung sind insgesamt 23 Projekte von der LAG genehmigt worden, elf Vorhaben haben einen Zuwendungsbescheid erhalten, fünf Projekte sind bereits umgesetzt. „Somit sind rund 820.000 € Fördergelder für Vorhaben vorgesehen, 225.000 € bewilligt und 120.000 € in die Umsetzung von Projekten in unserer Region ausgezahlt worden“, ergänzt Carina Gramse.

Alle Bürgerinnen und Bürger, Kommunen, Vereine und Verbände sind herzlich eingeladen, die Region mitzugestalten und die erfolgreiche Arbeit in der LEADER-Region durch die Umsetzung von innovativen Projektideen weiter fortzusetzen.

Die fünf Kommunen Ense, Fröndenberg/Ruhr, Welver, Werl und Wickede (Ruhr) hatten sich gemeinsam mit einer Regionalen Entwicklungsstrategie (RES) um EU-Fördermittel beworben. Mit der Anerkennung als LEADER-Region fließen bis 2022 rd. 2,7 Mio. Euro Fördermittel in die fünf Kommunen. Die Mittel dienen der Umsetzung von Projekten zur Stärkung des ländlichen Raumes und der Finanzierung des Regionalmanagements als „Förderlotse“.

Foto: LEADER-Region Börde trifft Ruhr e.V., Regionalmanagement

Bildunterschrift: Vertreter der Projektidee „Stadtquellen Werl“ mit Beate Kohlmann und Ulrich Canisius (beide LAG-Mitglied, Werl)